Ohje, jetzt ist die ganze Sache tatsächlich schon so lange her, dass ich  nicht mehr „vom letzten Wochenende“ sprechen kann. Ist mir ein bisschen unangenehm, da ich mir doch selbst so viel mehr Blogger-Fleiß versprochen habe. Aber besser spät als nie.

Microsoft-Workshop-Beitragsbild

Als ich vor einigen Wochen die Einladung von Microsoft zu einem Blogger-Workshop in meinem virtuellen Postfach gefunden habe,  bin ich fast vom Stuhl gefallen. Die wolllen MICH einladen? Dabei bin ich doch gerade erst dabei mich bloggerisch zu finden.

Grund der Einladung war der 25 Jährige Geburtstag von Microsoft Office und in diesem Rahmen über die „Zukunft der Arbeit“ zu diskutieren und sich auszutauschen.
Office hat uns in unserer Arbeitswelt begleitet, wie keine andere Software. Wie oft wohl in einer Bewerbung steht: „Übrigens, ich kann auch Office“, wenn einige vielleicht Excel ausklammern würden. Doch was ist in dieser Zeit passiert? Informations- und Wissenstechnologien haben sich verändert, es gibt mehr sogenannte Wissensarbeiter, denn je zuvor und – ja WIR haben uns verändert, fordern mehr Selbstbestimmung in unserem Job, hinterfragen mehr, erwarten mehr von unserer Arbeit. Höchste Zeit, dass sich auch alte Arbeitsstrukturen mit uns verändern! Wir, das sind Wissensarbeiter von heute, das ist die Generation Y (etwa Anfang 20 und unter 40), sprechen tun wir aber für alle, die nicht mehr starr, nine to five, ihre Zeit absitzen wollen. Die ihre Arbeit auch von unterwegs erledigen können. Die lieber Ziele erreichen, statt nur halb-sinnvoll gefüllte Stunden abzusitzen. Die, die produktiver wären, wenn sie räumlich und zeitlich sowie technolgisch mehr Freiheiten von ihrem Arbeitgeber bekämen.

Ich nahm die Einladung direkt an. Das Thema war genau meins, schrieb ich doch schon meine Masterarbeit über das Thema Soloselbständigkeit 2.0 und hob darin hervor, dass die Top-Motivation einer Soloselbständigkeit, der Willen zu mehr selbstbestimmter Arbeit sei. In diesem Zuge verschlang ich Sascha Lobos & Holm Friebes „Wir nannten es Arbeit“ und manifestierte meine eigene Einstellung zu diesem Thema. Ich bin ganz typisch Generation Y, studierte etwas mit Medien und die Arbeit – ja die jagte mir zunächst eine verdammte Angst ein! Verbringen wir doch die meiste Zeit unseres Lebens nur damit …

Am 27.09.2014 klingelte mein Wecker um 4:30 morgens! Letzte Sachen einpacken, fertig machen, ab nach Frankfurt, denn von da aus fuhr die Bahn nach Berlin. Gar nicht so einfach um 12 Uhr in Berlin auf der Matte zu stehen. Kurzer Umstieg in Hannover, plus Verpätung der Bahn und dank meines Smartphones, eine recht zügige Navigation meiner Selbst durch diese riesige Stadt. Dabei check in Twitter, denn die Teilnehmerliste war als Twitterliste morgens gerade erst bekannt gegeben. Einige Minuten später dann die zeitliche Punktlandung bei Microsoft!

digitaleatery

Wir trafen uns in der Digital Eatery – ein noch recht neues Konzeptcafé von Microsoft, Unter den Linden, in dem man nicht nur leckere Kaffespezialitäten zu sich nehmen kann, sondern viel mehr jedes erdenkliche Microsoft Device nach belieben kennenlernt und nutzt. Ein Internetcafé der nächsten Generation, wenn man so will. Ich kam herein und wurde sofort freundlich begrüßt: Vom Journalisten Richard Gutjahr, der die Veranstaltung mibegleitete sowie Julia, die für die Organisation dieses Workshops verantwortlich war.

Als wir nebenan ins Microsoft Atrium gingen, wurde es dann spannend. Auf der Bildschirmwand thronte das Microsoft Logo und ein großer Tisch in der Mitte lud uns ein Platz zu nehmen. Nach einer Vorstellungsrunde (wow viele mit journalistischem Hintergrund) und einer kurzen Einführung von Richard Gutjahr, die uns u.a. klar machte, dass unser Grundbedürfnis darin besteht, free WLAN für alle, jederzeit und  überall zu haben, teilten wir uns in 3 kleinere Workshop-Diskussionsgrüppchen auf. Da Ziel war es herauszuarbeiten, was wir an der Arbeit, wie wir sie jetzt kennen, verbessern möchten – und was Unternehmen anders machen könnten.

Microsoft Atrium - Die Blogger, Journalisten und das Microsoft TEam
Quelle: Microsoft

 

Unsere Gruppe ging ganz praktisch an die Sache. Wir schrieben erst auf, was uns im Moment stört, danach konnten wir zügig daraus ableiten, was sich ändern müsste. Zum Schluss zogen wir aus unseren Erkenntnissen eine Kern-Essence.

Unsere Gruppe
Quelle: Microsoft

Nach gelungener Mittags-Verköstigung in der Digital Eatery, präsentierten alle drei Gruppen ihre finalen Ergebnisse.

Während eine Gruppe interessanterweise das Grundproblem gekonnt auf Meta-Beziehungsebene erkannte, war meine Gruppe sehr pragmatisch, an den direkten Hebeln in einem Unternehmen zugange. Die dritte Gruppe hatte für mich eine gute Mischung aus beidem. Insgesamt ergänzten wir uns aber alle, betraf das Thema doch jeden und für mich und alle anderen Teilnehmern ergaben sich folgende Schlüsse:

1. Das Verhältnis Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist unausgeglichen. Warum nennen wir es Bewerbungsgespräch? Es müsste Kennenlerngespräch heißen! Wir bieten unsere humane Ressource an, bewusst, einem Unternehmen, das mit uns gemeinsam Ziele erreichen möchte. Wieso begegnen wir uns nicht auf Augenhöhe?

2. Und wenn diese Augenhöhe existiert, wäre dann Vertrauen nicht viel einfacher? Wäre es denn dann nicht möglich, Vertrauen vom Arbeitgeber und Selbstverpflichtung vom Arbeitnehmer in Blance zu halten?

3. Und wenn das geschafft ist,  ist es doch gar nicht mehr so schwer zeitliche, räumliche sowie technologische Freiheiten bei der Arbeit zu ermöglichen, oder?

Dürfte doch nicht so schwer sein, dass sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer hier langsam annähern.

Ein aufschlussreiches Storify, das den Tag gut zusammenfasst, gibt es hier. Unter dem Hashtag #einfachmachen lassen sich aktuelle Diskussionen über das Thema verfolgen.
Und hey, ich bin froh, dass diesmal nicht ich diejenige war, die den Tag mit einem Selfie festhalten wollte, freute mich aber umso mehr:

Gutjahr Selfie
Quelle: https://twitter.com/TiloHensel

 

Ich finde es sehr lobenswert, dass sich Microsoft so leidenschaftlich diesem Thema widmet. Vor kurzem veröffentlichten sie dazu auch ein Manifest: „Sie nannten es Arbeit- für uns ist es unser Leben“.

Ich danke dem lieben  Microsoft-Team für diesen insprativen Tag in Berlin mit vielen Denkanstößen, danke Julia für diese tolle Organisation und Richard Gutjahr, für die super Moderation. Es hat sehr viel Spaß gemacht, gerne wieder!

Im zweiten Schritt möchten wir gerne etwas aus den Ergebnissen herausarbeiten, es bleibt also sogar noch etwas spannend.

Microsoft Blogger-Workshop in Berlin #einfachmachen

6 Gedanken zu „Microsoft Blogger-Workshop in Berlin #einfachmachen

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