Und auf einmal  war sie da! 

Mein Wochenwechsel fiel immer auf den Dienstag und eigentlich wollte ich am Mittwoch mein Update der 39. Woche schreiben. Ich wachte allerdings Mittwoch Morgen so gegen 6 Uhr mit ersten, noch leichten Wehen auf. Gegen 10 Uhr hatte ich meinen Vorsorgetermin. Hier blieb man relaxed: Kann bald losgehen, muss aber nicht. Da die Wehen etwas stärker und regelmäßiger wurden, war ich zu nervös um allein daheim zu bleiben und verbrachte den Nachmittag bei meinen Eltern, bis Marc von der Arbeit kam. Gegen Abend war es dann schon so heftig, dass an bloggen auch nicht mehr zu denken war. Trotzdem kam Aennie erst in der Nacht von Donnerstag auf Freitag.

39. Schwangerschaftswoche

Leider hatte ich mir keine Notizen gemacht und die Geburt hat meine Erinnerungen an die Woche etwas verblassen lassen. Ich weiß aber, dass ich die Woche insgesamt nicht viel anders als die Woche davor empfand. Mit einem Unterschied: Langsam aber sicher war ich bereit. Ich erwischte mich regelmäßig, wie ich mich von meinem Bauch verabschiedete, mich noch mal intensiver mit ihm beschäftigte. Noch mal jeden Zentimeter im Spiegel betrachtete, ihn streichelte und immer öfter „Aennie, bald bist du da!“ flüsterte. Ich war mir sehr sicher, dass sie in der kommenden Kalenderwochen kommen würde. Irgendwas sagte mir, dass sie nicht bis zum Termin warten würde und ich sollte recht behalten. 

Am Montag und Dienstag zum Wochenwechsel in die 40. Woche sprach ich es dann laut aus. Ich sagte: „Aennie es ist ok, wir sind bereit!“ Am Mittwoch morgen dann, wie bereits beschrieben, die ersten Anzeichen, der Anfang einer turbulenten Zeit. 

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob es bei mir einen Geburtsbericht geben wird, wie auf anderen Blogs. Hätte man mich vorher gefragt, hätte ich ja gesagt. Für den Moment habe ich mich aber dagegen entschieden. Aennies Geburt war nicht ganz einfach, wir hatten leider ein paar Komplikationen. Es ist am Ende alles gut gegangen, aber sie hatte es „zum Schluss spannend gemacht“ ( O-Ton der Ärztin) und ich habe selbst sehr viel darüber nachdenken müssen und bis heute noch nicht die richtigen Worte für mich gefunden, die die Geburt richtig beschreiben und dabei keine falsche Wertung vornehmen würden. Immerhin hat das Ereignis mir das größte Wunder gebracht, egal ob ich einzelne Sequenzen der Geburt für den Moment als besonders schlimm, gut, oder einfach notwendig, unvermeidbar beschreiben würde. Solange es in meinem Kopf aber noch derart kreist, ich mich nicht festlegen kann, denke ich, möchte diese Geschichte nicht im Detail öffentlich erzählt werden. Ich bin dankbar, dass es Aennie gut geht und das ist viel wichtiger als die selbstbestimmte Bilderbuchgeburt, die ich gerne gehabt hätte.

Jetzt ist Aennie fast 4 Wochen alt und die Zeit rast, steht aber auch gleichzeitig still. Ich kann mich nicht entscheiden zwischen „schon“ und „erst“ ein Kind entschleunigt den Tag und trotzdem erlebt man so viel so schnell und so intensiv, dass die Zeit rast. Wir genießen unsere Familienzeit, kuscheln viel, lernen uns immer besser kennen. Es ist chaotisch, abenteuerlich, nervenaufreibend aber auch das wunderschönste, aufregendste in meinem ganzen Leben. 

Retrospektive: Schwangerschaftupdate Woche 39 & 40

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