„Habt ihr schon die neue EDEKA Werbung gesehn?“ fragte meine Kollegin neulich in die Runde. Nein, hatte ich noch nicht. Und wie das bei uns in der Marketingabteilung üblich ist, schauen wir uns die Kreation der anderen gerne an, um sie kurz darauf in der Runde angeregt erörtern zu können. Also warf ich auch dieses Mal kurzerhand zwischen Mails und Meetingdschungel den Youtube Player an und setzte mir die Kopfhörer auf.

„(…)Muss nicht jenes und nicht irgendwas. Ich muss nur eines, wie ich find. Für dich da sein mein Kind.“ – Und schon war es vorbei. Mein hormonell-aufgeladenes Ich reagierte sofort mit Tränen, die mir innerhalb Sekunden in die Augen schossen. Die Situation war mir peinlich und ließ sich auch leider nicht mehr vor meinen Kollegen verbergen, denn die dicken Krokodilstränen tropften mir sofort auf die Brillengläser. Wir fingen alle an zu lachen – Ja, ich bin schwanger und ja, solche Worte berühren mich im Moment sehr, ohne es mir selbst richtig erklären zu können. Ohne wirklich in Worte fassen zu können, was auf einmal so anders ist.

Ich bin heute in der 23. SSW meiner ersten Schwangerschaft und die Worte „Ich bin schwanger“ tippen sich noch verrückter, als es sich ohnehin schon anfühlt es zu sagen -immer noch! Auch jetzt nach mehr als die Hälfte der Zeit. Nicht, weil meine Schwangerschaft so überraschend war. Nicht, weil es nicht geplant war, hingefiebert und gehibbelt wurde, gewartet, gehofft…nein weil plötzlich schwanger sein, immer noch tausend mal anders ist, als sich bloß für ein Baby zu entscheiden – bewusst zu entscheiden!

Auch wenn diese Entscheidung sowieso niemals leichtfertig getroffen wurde, ist sie aber erst mal hypothetisch, zwar logisch geplant mit der Ambition das für sich beste Timing zu wählen und auch davon unterstrichen, dass das Quietschegeräuch, das man beim Anblick von Babys in der näheren Umgebung von sich gibt, seit geraumer Zeit so viel lauter war, als noch vor ein paar Jahren. Plötzlich schwanger zu sein, heißt aber es wird ernst. Weil es losgeht. Es plötzlich einen konkreten Countdown gibt, der unaufhaltsam runterzählt. Weil man weiß, dass dieses Baby nun da ist, in einem wächst, man das Timing kennt und dieses Gefühl, dem Stichtag immer näher zu kommen, einfach zu krass ist.

Eins weiß ich mittlerweile zu gut: Schwanger sein heißt in eine Achterbahn der Gefühle einzusteigen. Als ich den positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt, formten sich zunächst Angst und Freude im selben Moment zu einem neutralen Schockzustand, der zum  Glück immer mehr von Freude abgelöst wurde. Doch ich möchte ehrlich sein, es gibt auch diese anderen Tage, an denen ich mich plötzlich frage, ob ich mir das wirklich, wirklich gut überlegt habe. Ob wir die Entscheidung nicht doch zu schnell getroffen hatten. Ob wir gute Eltern werden … ob ich eine gute Mutter sein kann. Ob ich überhaupt mütterlich bin? Dann weine ich bei den Worten „Für dich da sein mein Kind“ plötzlich und ohne Vorwarnung und ich weiß das alles gut werden wird. Weil ich weiß, dass da gerade Gefühle entstehen, die ich zwar noch nicht ganz verstehe, die mich fast zerreißen, sie aber die wichtigste Grundlage für alles weitere sind: Die Liebe zu diesem kleinen Baby in mir.

Ich spüre das Baby seit der 19. SSW. Ich weiß noch genau wann zum ersten Mal. An diesem Tag sprang ich zu ruckartig aus dem Bett, da ich schon viel zu spät dran war und plötzlich „RUUUMS“ schien etwas in mir aus dem Gleichgewicht geraten zu sein. Das war auch kein Schmetterlingsflügelschlag, wie ihn manche beschreiben. Das Bebchen muss mit erschrocken-ausgestrecken Gliedmaßen gegen meine Bauchdecke gerutscht sein. Bestimmt hatte es vorher noch genauso friedlich gedöst wie ich, nur dass ich es leider nicht mehr vorwarnen konnte, dass es gleich unsanft von meiner Bewegung geweckt werden würde. Der Intensität nach zufolge ein kleiner innerer Auffahrunfall. Und natürlich machte ich mir sofort schlimme Sorgen über prenatale Schleudertrauma, musste aber trotzdem etwas schmunzeln und wurde am selben Tag noch von weiteren, sanfteren Tritten belohnt. Da war es nun. Und auch wenn ich es manchmel immernoch nicht fassen kann, dass dieses Bebchen in mir wächst und gedeiht, so lieb ich es jeden Tag noch mehr und kann es kaum noch erwarten es in meinen Armen halten zu können, es endlich kennen lernen zu dürfen. Ein neuer Lebensabschnitt hat begonnen.

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Neuer Lebensabschnitt – Schwangerschaftsupdate Woche 23

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Ein Gedanke zu „Neuer Lebensabschnitt – Schwangerschaftsupdate Woche 23

  • 7. Dezember 2016 um 8:33 pm
    Permalink

    ❤️
    genau so ist es, ganz genau so.

    Antworten

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